Überblick
Eine sich kontinuierlich weiterentwickelnde Cyberbedrohungslandschaft, immer strengere regulatorische Anforderungen und Geschäftsmodelle, die stark von der Sicherheit digitaler Infrastrukturen abhängig sind, rücken Cybersicherheit immer weiter… in den Fokus für Unternehmen aller Größenordnungen. Vor diesem Hintergrund beleuchtet die aktuelle Studie von ManageEngine den Stand der operativen Resilienz in Sachen Cybersicherheit in deutschen Unternehmen – wie sie sich auf Cyberangriffe vorbereiten, auf sie reagieren und aus ihnen lernen. Die Studie untersucht zudem, ob Analysen nach Sicherheitsvorfällen zu echter strategischer Transformation führen, wie die Zuständigkeiten hinsichtlich Cybersicherheit auf verschiedene Abteilungen und Funktionen verteilt sind und worauf sich deutsche Unternehmen fokussieren, um in einer zunehmend KI-getriebenen Bedrohungslandschaft den Bedrohungen einen Schritt voraus zu bleiben.
Mehr lesenMethodik
ManageEngine hat im Rahmen seiner Studie qualifizierte Führungskräfte sowie IT- und Sicherheitsexperten in kleinen, mittelständischen und großen Unternehmen in Deutschland, Großbritannien, Spanien, Italien und den Niederlanden befragt…. Die Studienteilnehmer sind in den Bereichen Sicherheit, Incident Response und IT-Strategie tätig. In deutschen Unternehmen wurden insgesamt 302 Personen in verschiedenen Funktionen befragt, von IT-Administratoren und Sicherheitsanalysten bis hin zu Führungskräften.
Mehr lesenBedrohungen und Auswirkungen
Cyberbedrohungen sind mittlerweile für Unternehmen in ganz Deutschland schon fast alltäglich: Rund drei Viertel der befragten deutschen Unternehmen gaben an, in den vergangenen zwölf Monaten von einem cybersicherheitsrelevanten Vorfall betroffen gewesen zu sein.
74,8 Prozent der befragten deutschen Unternehmen waren in den vergangenen zwölf Monaten von mindestens einem Cybersicherheitsvorfall oder Cyberangriff betroffen.
Wenn Vorfälle auftraten, war auch deren Ausmaß bemerkenswert. Die häufigste Folge war eine Beeinträchtigung mehrerer Endgeräte innerhalb einer Funktion oder eines Teams (44,9 Prozent), gefolgt von Störungen, die sich über mehrere Systeme oder Abteilungen erstreckten (32,0 Prozent). Unternehmensweite Störungen traten in 10,7 Prozent aller Fälle auf.
- Mehrere Geräte über
Teams hinweg - Isoliert auf ein Gerät
oder ein Team
- 44,9%Mehrere Geräte
innerhalb eines Teams: - 32,0%Mehrere Geräte über
Teams hinweg - 10,7%Unternehmensweite
Störungen: - 10,7%Isoliert auf ein Gerät
oder ein Team - 1,7%Weiß
nicht
Reaktion auf Vorfälle
Unternehmen in Deutschland verhalten sich nach relevanten Cybervorfällen hochdiszipliniert. Eine überwiegende Mehrheit der befragten Unternehmen führt nach einem Angriff eine strukturierte Analyse des Vorfalls durch. Noch wichtiger als die Analyse selbst ist jedoch, was danach passiert und ob die Analyse zu sinnvollen, dauerhaften Veränderungen führt.
führten nach einem Angriff eine strukturierte Analyse des Vorfalls durch.
stießen gezielte Verbesserungsmaßnahmen an, die sich auf spezifische und im Rahmen der Analyse identifizierte Schwachstellen fokussierten.
stießen umfassendere, langfristige Verbesserungsmaßnahmen an, um die eigene Resilienz zu stärken.
klärten den Vorfall auf, behielten jedoch ihre bestehende Cybersicherheitsstrategie unverändert bei.
In den vergangenen zwölf Monaten umgesetzte Maßnahmen
Sensibilisierung von
Mitarbeiter:innen
Anpassungen
Compliance-bedingte
Anpassungen
und Plattformen
Prozessen und
Verfahren
Hinsichtlich der Erkennungsgeschwindigkeit bei Vorfällen haben sich 79,8 Prozent der befragten Unternehmen feste Ziele gesteckt.
Governance und Rechenschaftspflichten
Unternehmen in Deutschland haben für Cybersicherheitsthemen klare Zuständigkeiten festgelegt und solide Strukturen geschaffen. Das Engagement auf Vorstandsebene in Sachen Cybersicherheit ist jedoch nach wie vor reaktiv und nicht kontinuierlich, was die strategische Resilienz der Unternehmen einschränkt.
haben im Falle eines cybersicherheitsrelevanten Vorfalls die Zuständigkeiten klar definiert.
verfügen über eine solide Backup- und Recovery-Strategie.
66,2 Prozent bewerten ihre Abhängigkeit von ihrer IT-Infrastruktur mit
0 von 10Punkten.
In den befragten Unternehmen trägt die IT-Abteilung die Hauptverantwortung für folgende Bereiche:
IT-Systeme, die als die kritischsten gelten
-
57,3%IT-Betriebsmanagement
-
60,9%IT-Service-Management
-
43%Sicherheitsinformations- und Ereignismanagement
-
43%Endpunktsicherheit und -verwaltung
-
52%Identitäts- und Zugriffsmanagement
Das Engagement der Unternehmensleitung im Bereich der Cybersicherheit bezeichneten 29,1 Prozent der Befragten als „sehr hoch und kontinuierlich“. 31,1 Prozent stuften die Beteiligung des Vorstands hingegen als „begrenzt“ ein. Dieses reaktive Muster stellt eine strukturelle Schwachstelle dar: Unternehmen, deren Führungskräfte sich nur im Ernstfall und unter Druck einbringen, sind weniger gut in der Lage, proaktiv eine langfristige Resilienz aufzubauen.
Eine solide Methodik hinsichtlich Cyber-Resilienz ist in 60,0 Prozent der deutschen Unternehmen vorhanden und weitere 31,4 Prozent entwickeln eine solche Methodik derzeit.
Personal und Arbeitsbelastung
Deutsche IT- und IT-Sicherheitsteams bewegen sich aktuell in einem herausfordernden Umfeld. Sie müssen mit zunehmenden Bedrohungen umgehen und sind gleichzeitig mit aufwändigen, manuellen Arbeitsabläufen, fragmentierten Tools und begrenzten personellen Ressourcen konfrontiert, die mit der Geschwindigkeit des aktuellen Wandels nur schwer Schritt halten können.
Die größten Herausforderungen für
IT- und IT-Sicherheitsteams
Zwar hat der operative Druck in den vergangenen zwölf Monaten zugenommen, aber dennoch gab die Mehrheit der Befragten an, dass dieser Druck ihre Fähigkeit zur Reaktion auf sicherheitsrelevante Vorfälle nur begrenzt einschränkt. Deutsche Unternehmen sind also in der Lage, ihre Betriebsabläufe auch unter Druck weitgehend aufrechtzuerhalten, auch wenn die Spielräume dafür immer geringer werden.
Zukünftige Risiken und strategische Investitionen
KI-gestützte Cyberangriffe stehen aktuell ganz oben auf der Risikoagenda deutscher Unternehmen, was einen direkten Einfluss darauf hat, wohin Investitionen fließen. Das Vertrauen von Führungskräften in ihre Teams, auch schwerwiegende, cybersicherheitsrelevante Vorfälle zu bewältigen ist relativ hoch.
62 Prozent der Befragten bewerten ihr
Vertrauen auf einer
1 bis 10 mit 0.
Allerdings ist Cyber-Resilienz in vielen deutschen Unternehmen auf Führungsebene nach wie vor nur sporadisch ein Thema: Nur 39,7 Prozent der Befragten gaben an, dass dieses Thema auf Führungs- oder Vorstandsebene regelmäßig diskutiert wird. Rund 13,2 Prozent gaben an, dass das Thema nur nach einem schwerwiegenden Vorfall angesprochen wird.
- 40%Regelmäßige
Diskussionen - 43%Gelegentlich
- 13%Nur während
Krisen - 2%Niemals
- 2%Nicht sicher
Größte erwartete Risiken in den
nächsten zwölf Monaten
Die wichtigsten Prioritäten für Investitionen in den nächsten zwölf bis 24 Monaten
Fazit
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Cybersicherheit und -Resilienz in deutschen Unternehmen ein solides Fundament haben, aber dass es bei der Umsetzung oftmals noch an Konsistenz mangelt. Die meisten Unternehmen verfügen bereits über… Backup-Strategien, klare Zuständigkeiten und Prozesse zur Überprüfung von cybersicherheitsrelevanten Vorfällen, aber viele nachrangige Analysen führen nur zu punktuellen Verbesserungen und nicht zu umfassendem organisatorischem Wandel. Zudem wird die Führungsebene in deutschen Unternehmen beim Thema Cybersicherheit üblicherweise erst in akuten Krisensituationen aktiv.
Mehr lesenAuf operativer Ebene gelten KI-gestützte Cyberangriffe mittlerweile als wichtigster Risikofaktor – und Schulung und Weiterqualifizierung von Mitarbeiter:innen als die wichtigste Präventionsstrategie. Deutsche Unternehmen sind sich ihrer Schwachstellen also durchaus bewusst, aber die Herausforderung besteht nun darin, schnell genug zu handeln, um die entsprechenden Lücken zu schließen und proaktive Resilienz aufzubauen.

